Text und Fotos: Anja Schubert

"Da berühren sich Himmel und Erde" - Dieses Gefühl bekamen die Besucher spätestens zum Schlussakkord des Adventskonzertes in der Rahdener St.-Johanniskirche, als Heimatkapelle und Besucher im Altarraum sowie die beiden Chöre auf der Empore ein großes gemeinsames Klangerlebnis schufen. Foto: Anja Schubert

„Da berühren sich Himmel und Erde“ – Unter diesem Motto hatte die Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Rahden zu ihrem diesjährigen Weihnachtskonzert am dritten Advent eingeladen. Eine Aufforderung, der eine Vielzahl an musikalischen Gästen und Zuhörern gefolgt war, und ein Leitgedanke, der gleich in mehrfacher Hinsicht greifbar wurde. Um es vorweg zu nehmen: Die Adventsmusik wurde zu einem außergewöhnlichen Klanggenuss.

Das Trio "micado" mit sanften Flötenklängen von Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck (l.) und Anette Schepsmeier sowie Dorle Awolin (r.) am Spinett sorgte für einen ungewöhnlichen Hörgenuss. Foto: Anja Schubert

Gleich zu Beginn zeigte die im Altarraum sesshafte Heimatkapelle mit „Pachelbel’s Canon“, dass das zünftige Blasorchester durchaus „kirchentaugliche Qualitäten“ besitzt. Zart kontrastierend zu den kräftigen Klängen lieferte das Trio „micado“ mit Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck, Annette Schepsmeier (beide Altflöte) und Dorle Awolin am Spinett ein ungewöhnliches Klangerlebnis von de Empore, dass in alte Zeiten zurück versetzte.

Die reine Klangkraft der beiden Chöre – „WeTo“ unter Leitung von Mechthild Bräkling sowie die Kantorei unter Leitung von Thomas Quellmalz, der auch die Gesamtleitung hatte, fügten sich in den Musikreigen nahtlos ein. Susanne Quellmalz an der Orgel sowie Gudrun Straßburg und Karin Franke (Flöten) setzten innerhalb des gastgebenden Chores weitere musikalische Akzente. Dazu gab es immer wieder kirchliches Liedgut für die Zuhörer zum Mitsingen, wie etwa „Macht hoch die Tür“, „Wir sagen Euch an“ und „Tochter Zion“.

Pfarrerin Gisela Kortenbruck und ihre Kollegin Wirwe Grau-Wahle regten mit Geschichten wie der „Von der Findung der Weihnachtsfreude“ und liturgischen Elementen zum Nachdenken an. Auch hier stand das Verhältnis von Himmel und Erde sowie die Ankunft Gottes auf Erden in seinem Mensch gewordenen Sohn an Heilig Abend im Mittelpunkt.

Spätestens beim Happy-Christmas-Medley der Heimatkapelle sprühten die Musiker und Musikerinnen um Verena Krüger nur so vor Spielfreude - ein Zündfunke, der ohne großen Widerstand auf das begeisterte Publikum übersprang. Ein weich fließendes „Leise rieselt der Schnee“, …, ein pulsierendes und auf den Takt genau gezirkeltes „Der kleine Trommler“, ein dynamisches „Klingglöckchen“, das zum Mitschnipsen verleitete, und gleich obendrauf ein jazziges „Jingle Bells“ – rundherum erfrischend ließ sich diese Konzertpassage, die sogleich großen Zwischenapplaus nach sich zog, bezeichnen. Es war ein Konzert mit Liedern zu Ehren Gottes, ein Konzert, das die Stimmen auf der Empore mit denen im Kirchenschiff zu einem harmonischen ganzen verschmelzen ließ. „Es ist erstaunlich, welch musikalisches Potential hier vereint ist“, stellte Grau-Wahle beeindruckt fest.

„Da berühren sich Himmel und Erde“ – Dieses Gefühl bekamen die Besucher spätestens zum Schlussakkord des Konzertes, als Heimatkapelle und Besucher in Kirchenschiff und Altarraum sowie die beiden Chöre auf der Empore mit gleichnamigem Lied ein großes gemeinsames Klangerlebnis schufen. Lang anhaltender Beifall machte eine Zugabe unumgänglich. Nach dem Motto „Weil so schön war, gleich noch mal“, setzten die Akteure als Zugabe, erneut vom Publikum unterstützt, dazu an mit diesem bewegenden Lied den Abend ausklingen zu lassen. Einem Abend, von dem viele Besucher noch ein wenig länger zehren werden.