"Fremde werden Freunde - we are friends“ - Unter diesem Motto stand die diesjährige Partnerschaftsreise zum YMCA Bo Central Branch nach Sierra Leone/West Afrika, die Hannah Zimmermann und Saskia Hemminghaus im Januar antraten. „Gleich bei unserer Ankunft in Bo spürten wir die Verbundenheit untereinander. Es war schön alten Freunden zu begegnen und neue Vereinsmitglieder kennen zu lernen.Wir verbrachten eine erlebnisreiche Woche mit unseren Freunden aus dem Partnerverein und bekamen einen Einblick in die Entwicklung vor Ort,“ berichtet Saskia Hemminghaus. Die verschiedenen Ausbildungsprojekte des Bo Central Branch geben besonders jungen Frauen eine Perspektive für die Zukunft. Sie können den Beruf der Friseurin, Schneiderin und Köchin erlernen. Durch die Aktionen des CVJM Rahden, wie das jährliche Café für Bo beim Trödelmarkt oder die Weihnachtsbaumaktion, werden die Projekte des YMCA Bo vor Ort finanziell unterstützt.

„Es war eine Herausforderung und eine wertvolle Erfahrung, die Unterschiede zwischen unserer westlichen Kultur und der westafrikanischen Lebensweise und Kultur zu erleben. Besonders schön war es zu sehen, dass die gesammelten Spenden auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, erzählt Saskia Hemminghaus.

„Sierra Leone zählt seit Jahren zu den ärmsten Ländern der Welt. Ausbildungsstandards wie in Deutschland gibt es nicht und besonders durch die Ebola-Epidemie wurde das Land in seiner Entwicklung massiv zurückgeworfen. Während der Ebola-Epidemie fand kaum öffentliches Leben statt, auch Schulen waren lange Zeit geschlossen“, ergänzt Hannah Zimmermann.

Neben den eigenen Projekten im Verein fanden auch Besuche in öffentlichen Einrichtungen statt. Ein besonders emotionales Ereignis war der Besuch im Amputee Camp, dass drei Meilen außerhalb des Zentrums von Bo liegt.Während des Rebellenkrieges Ende der 90er Jahre, der von Liberia und dem Präsidenten Charles Taylor ausging, wurden viele Sierra Leonies verstümmelt. Mit Hilfe der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ wurde 1999 das Amputee Camp aufgebaut, mit dem Ziel, die eigenständige Versorgung der Verstümmelten zu fördern. In dem Dorf leben die Amputierten gemeinsam mit ihren Familien. Die Menschen in dem Camp haben uns herzlich begrüßt und von ihrem Leben erzählt. Besonders die Kinder waren neugierig und freuten sich über den seltenen Besuch.

Leider wurde die Internationale Hilfe für diese Menschen eingestellt, was zur Folge hatte, dass es den Menschen an ausreichend Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung fehlt. Alle Besorgungen sind mit hohem Zeitaufwand und körperlicher Belastung verbunden. Ein bedrückendes Gefühl entstand, als die Bewohner berichteten, weshalb das Camp genau hier entstanden ist. Es sollte als Mahnmal stehen, da die Amputationen dort begonnen haben.

Aufgrund der vielen Eindrücke von Land und Leuten war es eine tolle Reise. Es war schön zu sehen, wie gut die Arbeit in unserem Verein funktioniert und den Menschen vor Ort Unterstützung bietet. Die positive Entwicklung in unserem Verein lässt uns optimistisch in die Zukunft sehen. Wir freuen uns die über 30jährige Partnerschaft weiter durch die wechselseitigen Besuche leben zu dürfen. Nach dem Ende der Ebola-Epidemie befindet sich das Land nun wieder in einer Aufbauphase. Mit Hilfe chinesischer Investoren wird die Infrastruktur weiter ausgebaut und das öffentliche Leben geht wieder seinen gewohnten Gang. Jedoch wird Sierra Leone noch viele Jahre auf Unterstützung angewiesen sein.

Saskia Hemminghaus und Hannah Zimmermann,
CVJM Rahden