Seit Anfang 2013 haben sich auch die Evangelischen Einrichtungen aus Rahden und Pr. Ströhen auf den Weg gemacht, ein Qualitäts-Gütesiegel zu erlangen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in diesen Prozess mit einbezogen.
Das BETA-Gütesiegel beinhaltet Punkte zu den verschiedenen Arbeitsbereichen unserer Kindertageseinrichtungen. Neben den Prozessen wie räumliche Gestaltung, zeitliche Gestaltung im Tagesablauf, Verpflegung und Mahlzeiten, die Planung der pädagogischen Arbeit, die Beratung, Begleitung und Unterstützung der Eltern gehören auch Prozesse wie Partizipation der Eltern und der Kinder dazu.
„Partizipation“ ist ein schweres Wort. Aus diesem Grund haben wir das Thema zum Anlass genommen, einen Familiengottesdienst dazu zu feiern. Die drei evangelischen Kindertageseinrichtungen aus Rahden, Bärenhöhle, Löwenzahn und Sonnenstrahl sowie der Kindergarten Pr. Ströhen haben gemeinsam mit den Kindern, mit Pastor Roland Mettenbrink und dem Kantor Thomas Quellmalz diesen Gottesdienst vorbereitet: „Partizipation heißt: Kinder haben ein Recht auf Mitbestimmung.“

Kindergarten-Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche.

Am Beispiel der Geschichte vom 12jährigen Jesus im Tempel konnten Eltern und Kinder sehen, dass auch die Kleinen in unserer Gesellschaft eine eigene Meinung haben dürfen und bei Entscheidungen mitwirken können. Verdeutlicht wird dieses in einer Geschichte von Astrid Lindgren: Wer kennt ihn nicht, den Michel aus Lönneberga auf der Festwiese in Hultsfred? Michel war mit seiner Familie auf der Festwiese in Hultsfred und hörte von einem unheimlichen Dieb, der sich in der Gegend aufhielt und Rabe genannt wurde. Überall hat er sich anders verkleidet und so schlich er mit schwarzem Schlapphut und falschem Schnurrbart auf der Festwiese herum, um zu sehen, was es zu stehlen gab. Michel schlenderte ebenfalls mit seiner Büsse herum und so kam er an dem Zelt der Dame mit dem Vollbart, die gerade ihr Geld zählte, vorbei. Als Michel ins Zelt ging, versuchte der Dieb gerade ihr Geld zu stehlen. Michel gab der bärtigenDame seine Büsse und alle glaubten,es wäre ein richtiges Gewehr, auchder Rabe.

Michel: Anspiel in der Kirche.

Als die Polizei kam, nahmen sie den Tüchtigkeit gelobt. Es war spät geworden und die ganze Familie wollte wieder nach Hause fahren. Leider war Michel nirgends zu finden. Aber als alle einstiegen, lag Michel im Wagen und schlief. Alle waren froh, dass sie ihn wieder hatten. Die Leute von Lönneberga führten eine große Sammlung durch. Alles Geld banden sie zu einem kleinen Bündel zusammen und gingen zu Michels Mama. Sie machten den Vorschlag Michel nach Amerika zu schicken, da er immer so ein Lausbub war. Michels Mama ging jedoch nicht auf diesen Vorschlag ein und sagte: „Michel ist ein netter kleiner Junge und wir haben ihn lieb, so wie er ist.“
Mit dieser Geschichte haben die Kindergartenkinder den Gottesdienstbesuchern dieses Thema verdeutlicht. Der Michel mit seinen Markenzeichen wie „Müsse und Büsse“ (Mütze und Gewehr) bescherte den Marktbesuchern allerlei Aufregungen und wurde nachher durch sein entschlossenes Handeln, als Held des Tages gefeiert. Obwohl die durch viele Streiche geplagten Menschen aus Lönneberga Michel am liebsten nach Amerika geschickt hätten, wird er von seiner Mutter so geliebt wie er ist.
Neben vielen anderen Liedern war das schwedische Lied „Du käre lille snickerbo" von Astrid Lindgren der Hit des Gottesdienstes. Dieses Lied handelt von dem berühmten Tischlerschuppen, in dem Michel immer Zuflucht gesucht hat, nachdem er seinen Papa wieder einmal auf die Palme gebracht hat. Zum Abschluss, wie sollte es anders sein, gab es für alle Gottesdienstbesucher Michels Leibgebäck: Zimtschnecken!