Besinnliche Klänge |
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Fotos und Text: Anja Schubert
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„Wird es in der Kirche hell genug sein? Werden die Kerzen ausreichen? Wird man die Dirigenten bei der Arbeit sehen und werden wir die Lieder mitsingen können?“ - Fragen, die Stefan Thünemann für das Wagnis „Musik bei Kerzenschein“ im Vorfeld ein wenig Zittern ließen. Doch am Ende des gut eineinhalbstündigen Konzertes des Seniorenposaunenchores Ostwestfalen in der St. Johanniskirche konnte der Hausherr und Gemeindepfarrer stolz und ergriffen feststellen: „Ich denke, es ist hier heute etwas ganz besonderes wahr geworden.“ |
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„Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt“ – Getreu diesem Wochenspruch zu Epiphanias sorgten die mehr als 110 Bläserinnen und Bläser für ein erhabenes, gewaltiges Klangerlebnis und ließen - aufgeteilt in zwei Chöre – aus dem Altarraum und von der Empore das Publikum in eine Welt aus Besinnlichkeit, innerer Stille und Verwurzelung im Glauben eintauchen. Nach und nach verwandelten die Zuhörer mit dem Anzünden von Kerzen das Gotteshaus in ein Lichtermeer, und mit dem Verlöschen des elektrischen Lichtes ermöglichte das hervorragende Zusammenspiel der Trompeten, Posaunen, Tuben und Hörner eine innere Einkehr und die Abwendung vom alltäglichen. |
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Im Wechsel, aber auch gemeinsam, untermalt mit herausragenden Soli von Martin Braune (Corno da Casa) und Gustav-Adolf Lent (Orgel) bewiesen beide Chöre, welch Jahrzehnte lange Spielerfahrung in jedem einzelnen Musiker steckt, einige Tausend Jahre mögen es insgesamt sein. Mit eingestreuten Lesungen sorgte Paul Gerhard Tegeler für Momente der Stille und Andacht in der fast völlig dunklen Kirche, um so gleich auf ein neues Trompeten, Posaunen, Tuben und Hörner musikalisch Raum ergreifen zu lassen. Der Seniorenposaunenchor machte den musikinteressierten Gästen das Mitsingen nicht schwer. |
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Auch den beiden Dirigenten, Kirchenmusikdirektor Werner Benz, der 1999 den Gedanken zur Gründung des Seniorenposaunenchores aufgriff und umsetzte, sowie Gerhard Stötefalke, der vom Altarraum aus auch die Gesamtleitung übernahm, war die Hingabe an die Musik zum Lobe Gottes deutlich anzumerken. |
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Der Blechbläserchor, der mit ehemals 50 Musikern bei der Gründung startete, hat sich über die Jahre zu einem heute rund 160 Mitglieder starken Chor mit Akteuren aus ganz Ostwestfalen gemausert. Viel Herzblut stecken die Bläserinnen und Bläser in ihr Hobby, nehmen nicht nur zu den Konzerten, sondern auch zu den Proben regelmäßig weite Anfahrtswege in Kauf. Das Konzert am Sonnabend in der St. Johanniskirche wird Akteuren und Besuchern wohl noch lange in guter Erinnerung bleiben. Engagement und Können der Musiker wurde ebenso mit reichlichem Applaus belohnt wie der Mut, mit der „Musik bei Kerzenschein“ atmosphärisches Neuland in St. Johannis zu betreten. |
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