Mitten im Ortskern von Rahden liegt die St. Johannis-Kirche, von alten Linden und Kastanien auf dem Kirchplatz umgeben. Ihr breiter, wuchtiger Turm mit seinem schlanken, leicht nach Westen geneigten Dach und dem Kreuz und Wetterhahn auf der Spitze ragt weit in das Rahdener Land hinein. Die Gründung der Kirche geht der Überlieferung nach auf den Mindener Bischof Gerhard I im Jahre 1353 zurück. Bewußt wählte er im Rahmen damaliger Siedlungspolitik den Standort aus und ließ einen stattlichen Kirchbau im Übergangsstil zwischen Romanik und Gotik errichten. Romanische Reliefe, ein kuppelartiges Kreuzgewölbe und der alte Taufstein im Eingangsbereich geben Zeugnis vom ursprünglichen Charakter der Kirche.

Unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg wird die Kirche durch einen Anbau beträchtlich nach Norden hin erweitert. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts wird das Kircheninnere durch einen grundlegenden Umbau völlig neu gestaltet. Es entsteht ein breites, symmetrisch angelegtes Kirchenschiff im klassizistischen Stil - eine Predigtkirche, fokussiert in der Kanzel über dem Altar. Aufgemalte Säulen und Girlanden schmücken die Altar- und Kanzelwand, der Orgelprospekt bildet ein harmonisches Gegenüber zu Altar und Kanzel. Jeweils sechs Eichensäulen flankieren zu beiden Seiten das Kirchenschiff und tragen zugleich das Dach der Kirche. Die letzte Renovierung im Jahr 1970 hat das Interieur von 1789 wieder entstehen lassen.

Im Jahr 2003 gedachte die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden mit einem umfangreichen Festprogramm der Gründung dieser Kirche vor 650 Jahren.

(Pfarrer i.R. Körling Lansky)