Text und Fotos: Anja Schubert

„Ich wünsch mir Zeit“ wie der Elternchor es gestern im Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche in Rahden verkündete, wird sich ein jeder bereits des öfteren mit diesem Gedanken getragen haben. Zeit und Ruhe standen im Mittelpunkt der gemeinsamen jährlichen Zusammenkunft aller evangelischen Rahdener Kindertageseinrichtungen.
Zahlreich waren Kinder und Eltern der Einrichtungen „Sonnenstrahl“, „Löwenzahn“ und Bärenhöhle", Geschwister, Großeltern und Paten erschienen. „Wie Weihnachten im März“, freute sich Pfarrer Roland Mettenbrink angesichts des gut gefüllten Kirchenschiffs bei kurzfristiger weißer Winterpracht. Mettenbrink obliegt die seelsorgerische Betreuung aller evangelischen Rahdener Kindertageseinrichtungen.

Mit Bewegungsliedern widmeten sich die Mädchen und Jungen aller drei Kindertageseinrichtungen ihren Blick auf die Schöpfungsgeschichte. Foto: Schubert

„Jedes Kind braucht Ruhe“ - diese Thema stand bei der besinnlichen und zugleich fröhlichen Zusammenkunft im Mittelpunkt. Doch dieses gelte auch für die Erwachsenen. „Wer immer nur arbeitet und sich der Hektik des Alltags aussetzt wird irgendwann krank, zunächst psychisch, dann auch körperlich“; mahnte Mettenbrink zur inneren Ruhe. Gertraude Büttner sorgte sodann mit sanften Harfeklängen für eine sanfte Untermalung des 23.Psalms, mit dem Mettenbrink die Gottesdienstbesucher mitnahm auf eine Reise der Besinnung und Gelassenheit. „Auch am Ende der Schöpfungsgeschichte steht die Ruhe und nicht der Mensch“, stellte der Geistliche heraus. „Am siebten Tage ruhte Gott, so steht es in der Bibel.“
Bei den Kindergartenkindern stand die Schöpfungsgeschichte ebenfalls im Mittelpunkt, die diese gemeinsam anschaulich mit Bewegungsliedern darboten. Dafür, dass auch das Publikum nicht untätig blieb, sorgte Pianistin und Chorleiterin Leta Henderson, die die Gottesdienstbesucher zum Mitsingen animierte.

Auch die erwachsenen Gottesdienstbesucher wurden zum Mitsingen animiert. Foto: Schubert

Personenmäßig nicht ganz so üppig wie die Kinderschar, dafür umso stimmgewaltiger, bereicherte der Elternchor mit Annika Möller, Dieter Schmale, Christina Krückemeyer und Marlin Hackemeier die christliche Zusammenkunft. Lieder wie „Ich wünsche mir Zeit“ und „Gott, dein guter Segen“ hatten sie zuvor unter Leitung von Astrid Reinke-Witzke einstudiert. Der neue B-Kantor Thomas Quellmalz an der Orgel komplettierte den musikalischen Reigen. Immer wieder wurden Texte, Lieder und Gebete auch gestisch mit Bewegungen unterstrichen.
In das, was die Kinder am liebsten mit ihren Eltern unternehmen, wenn diese Zeit haben, gab „Sonnenstrahl“-Erzieherin Hildegard Walla einen bildhaften Einblick. Die Mädchen und Jungen hatten ihren Wünschen zuvor in Bildern Ausdruck gegeben. Ball- und Gesellschaftsspiele, Schwimmbadbesuch oder Waldspaziergang waren nur wenige von vielen.
Da die Gemeinschaftsgottesdienste immer etwas besonderes sind, gab es zum Schluss wieder ein kleines Geschenk: Als Erinnerung durften die Besucher kleine Steinherzen mit nach Hause nehmen.

Personell schwach besetzt, aber stimmgewaltig: Der Elternchor mit Dieter Schmale (v.l.), Annika Möller, Marlin Hackemeier und Christina Krückemeyer. Foto: Schubert