Der Volkstrauertag des Jahres 1969 war für Tonnenheide ein besonderer Tag. Die neue Kirche wurde eingeweiht und damit hatte nach Wehe die Stadt Rahden eine dritte Stätte zur Verkündigung des Wortes Gottes. Die Festpredigt hielt der damalige Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, D. Hans Thimme, der den 20 Meter hohen Glockenturm, der weit über das Land zeigt, als »einen Finger Gottes« bezeichnete.

Ein langgehegter Wunsch vieler Tonnenheider Einwohner, der erstmals 1953 aufkam, war damit in Erfüllung gegangen. Das kirchliche Zentrum der Gemeinde war damit komplett. denn mit der Kirche wurde auch ein Gemeindehaus errichtet, das durch eine Eingangshalle baulich mit dem Gotteshaus verbunden ist.

Christuskirche Tonnenheide

Tonnenheider Kirchweg 1, 32369 Rahden-Tonnenheide

Im Bedarfsfall können Kirche, Eingangshalle und Gemeindesaal einschließlich Konfirmandenraum gemeinsam für Gottesdienste genutzt werden. Über 350 Menschen haben dann in den Gebäuden Platz. Schließlich gehört zum Gemeindezentrum auch das Pfarrhaus, das bereits Jahre zuvor gebaut worden war.
Eine Besonderheit der Tonnnenheider Kirche ist das Prinzip der Fünfeckigkeit, deren Erklärung manch einer in der maritimen Vergangenheit des früheren Pastors Karl-Heinz Röhling suchte. Fünfeckig ist der Baukörper, fünfeckig sind zum Beispiel auch der Taufstein, die Kanzel und die Empore, von der aus seit 1974 die neue Orgel mit ihren 650 Pfeifen erklingt.

Anfangs fehlte es noch an Schmuck für das neue Gotteshaus. Das Cruzifix auf dem Altar und die Leuchter waren ein Fabrikerzeugnis, vom »Amtsbruder aus Levern erworben«, wie sich Pfarrer Röhling aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der Christuskirche erinnerte. Eine Kostbarkeit war aber bereits vorhanden: Ein Kelch und ein Hostienteller von 1696 aus der alten Rahdener Kirche. Bischof D. Hermann Kunst, der seinen zweiten Wohnsitz in der Kirchengemeinde hatte, spendete das Cruzifix, ein Bronzekreuz, entworfen und gearbeitet von Detlef Kreutter-Gierkhausen aus Berleburg.
Es folgten weitere Ausgestaltungen: die vier Antependien für Altar und Kanzel, entworfen und gewebt von der aus Destel stammenden Christa Gröschel aus Hannover. Dazu gesellten sich die Altarleuchter und 1980 eine dritte Glocke, die fortan das Sterbegeläut übernahm.

1985 konnte Präses Thimme die neuen Buntglasfenster in der Eingangshalle enthüllen. Sie wurden von der Künstlerin Renate Straßer aus Bielefeld entworfen und zeigen die beiden Gegensätze: der segnende Christus der den Frieden symbolisiert und Kain der seinen Bruder erschlägt.
Inzwischen wurde Wärmeschutzverglasung für alle 14 großen Fenster installiert, die von innen auf die Fenster aufgesetzt wurde. Sie hat sich bewährt und leistet auch frostigsten Außentemperaturen erfolgreich Widerstand. Weitere Umbaumaßnahmen brachten die Einrichtung einer Behinderten-Toilette sowie die Verlegung der Küche in einen der Gruppenräume.